Kein Grund zur Vorfreude
Die taz erörtert kurz und direkt, warum Klagen vor dem Verfassungsgericht nicht unbedingt ein Grund zur Vorfreude sind:
Neue Verfassungsbeschwerde gegen das BKA-Gesetz: Ein Grund zur Vorfreude?
Teile der Bundesregierung und großen Koalition möchten heimliche Durchsuchungen Ihrer Computer über das Internet legalisieren. Dieses Blog möchte aufklären und zum Meinungsbildungsprozess beitragen.
Die taz erörtert kurz und direkt, warum Klagen vor dem Verfassungsgericht nicht unbedingt ein Grund zur Vorfreude sind:
Neue Verfassungsbeschwerde gegen das BKA-Gesetz: Ein Grund zur Vorfreude?
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Tobias Weisserth
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4/29/2009 03:46:00 PM
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Die BKA-Zensur-Maschine nimmt Gestalt an. Die taz hat zwei interessante Beiträge dazu:
"Akzeptanz für Zensur schaffen"
Stoppsymbol statt Kinderporno
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Tobias Weisserth
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4/20/2009 10:39:00 AM
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Die amerikanische Bürgerrechtsorganisation Electronic Frontier Foundation (EFF) bietet eine Sammlung von Anleitungen und Tipps zur Selbstverteidigung gegen (staatliche) Überwachung. Das Angebot ist zwar englisch-sprachig, aber in jedem Fall relevant und wahrscheinlich hilfreich. Viel Spass!
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Tobias Weisserth
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4/03/2009 12:21:00 PM
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Themen: Technik
Ein Rechtsstaat hat viel mit Vertrauen zu tun. Bürger müssen sich darauf verlassen können, dass Behörden das tun, was sie vorgeben zu tun und nicht das tun, was sie bestreiten.
Dieses Vertrauen ist umso wichtiger, je tiefer die Eingriffe in das Privatleben der Bürger werden, die Behörden potentiell durchführen dürfen. Dazu zählen mittlerweile die Vorratsdatenspeicherung ohne Anlass oder Begründung für alle Bundesbürger und der Einsatz des Bundestrojaners, um entweder ganze Festplatten heimlich auszulesen oder "nur" eingehende und ausgehende Kommunikation über Computer auszuhorchen. Daneben gibt es selbstverständlich die bereits etablierten Ermittlungs-, bzw. Einschüchterungsmaßnahmen wie Hausdurchsuchungen, großer Lauschangriff usw.
Wolfgang Schäuble und seine Bande bauen das BKA derzeit massiv in eine Art "FBI" um, das weitreichende Befugnisse bekommen hat/soll. Neben heimlichen Online-Durchsuchungen (Bundestrojaner) wird das BKA demnächst auch bestimmen können, was deutsche Bürger auf ihren Computer-Bildschirmen betrachten können, da das BKA die so genannten Sperrlisten erstellt, deren Inhalte Deutschlands Internet Provider filtern müssen (aktueller Stand der Gesetzesvorhaben). Das BKA mutiert also zu einer Behörde mit weitreichenden Überwachungs- und Zensurbefugnissen.
Diese weitreichenden Befugnisse setzen natürlich voraus, dass man als Bürger Grund hat, dieser Behörde und seinen Mitarbeitern zu trauen. Mal ganz davon abgesehen, dass die deutsche Polizei sich in ihrer Technikhörigkeit gründlich blamiert, wenn es um Professionalität und den Stellenwert von Beweismitteln in Ermittlungsverfahren geht, nimmt es das BKA in Ermittlungsverfahren auch nicht sehr genau mit der Wahrheit und der Rechtsstaatlichkeit an sich.
Anne Roth, die Lebensgefährtin von Andrej Holm, dem Stadt-Soziologen, der durch eine unglückliche Wahl von Suchbegriffen in Google in das Visier der Behörden geraten ist und sich seitdem massivsten staatlichen Repressionen ausgesetzt sieht, berichtet in ihrem Blog über das laufende Verfahren gegen die so genannte "Militante Gruppe" kurz "mg". Demnach hat sich das BKA im laufenden Verfahren durch die Anwälte der Verteidigung der Lüge und Aktenfälschung überführen lassen.
In meinen Augen ist das ein weiterer Sargnagel für die Glaubwürdigkeit des BKA. Wer sich auf die Integrität des BKA verlässt und im guten Glauben zulässt, dass das BKA weitreichende Befugnisse in Überwachung und Zensur erhält, der opfert grob fahrlässig unseren Rechtsstaat und bringt unschuldige Bundesbürger in Gefahr, Opfer dieser staatlichen Repression zu werden.
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Tobias Weisserth
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3/27/2009 07:17:00 AM
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Themen: Ermittlungspraxis, Ermittlungstaktik, Justiz
Ich bin momentan etwa 7000km von Deutschland entfernt und muss mich mal wieder ärgern, wenn ich Meldungen wie diese (auch hier) lese.
Natürlich war es von Anfang an klar, dass diese Forderungen durch die Union nicht nur gestellt, sondern auch durchgesetzt werden würden. Trotz gegenteiliger Beteuerungen. Im Juni des letzten Jahres habe ich genau zu diesem Sachverhalt schon einmal gebloggt: Maximal 10 Fälle pro Jahr.
Was die Union treibt ist, sanft ausgedrückt, Volksverarschung. Gegenüber den Machtpolitikern der Union darf man als Bürgerrechtler keinen Zentimeter nachgeben. Reicht man Ihnen den kleinen Finger, reißen sie einem den ganzen Arm ab. Alle Zusicherungen und Versprechungen erweisen sich als blanke Lügen und Betrug. Wir werden verarscht.
In anderen Zeiten und/oder anderen Ländern wurden Politiker für solches Verhalten aus dem Amt gejagt oder schlimmer. Heute scheint das keinen mehr zu interessieren. Man kann nur hoffen, dass das kollektive Gedächtnis sich die Namen derer merken kann, die in unseren heutigen Zeiten das Unrechtsregime von morgen mit ihrer Politik der Ignoranz möglich gemacht haben.
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Tobias Weisserth
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3/21/2009 03:03:00 PM
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"Was ist für Sie ein Überwachungsstaat?" Die taz hat nachgefragt - bei August Hanning, Staatssekretär im Bundesinnenministerium.
Seine Antwort:
Ich habe bis 1990 als Diplomat vier Jahre lang in der DDR gelebt. Dort wurde ich ohne jeden Anlass rund um die Uhr abgehört, gefilmt und observiert. Wenn Sie das erlebt haben, wissen Sie, was ein Überwachungsstaat ist.
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Tobias Weisserth
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3/13/2009 04:07:00 PM
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Nicht nur die unzähligen Hausdurchsuchungen bei Gipfelgegnern, sondern auch die Nicht-Akkreditierung von Fritz Burschel, eines freien Journalisten, zum G8-Gipfel in Heiligendamm 2007 war unrechtmäßig. Näheres kann man auf annalist nachlesen.
Traurig, dass dieses Urteil genau das bestätigt, was Schäuble & co. unter "Rechtsstaat" verstehen: Unrechtmäßiges Verhalten des Staates und seiner Organe gegenüber seinen Bürgern, gegen das die betroffenen Bürger im Nachhinein Rechtsmittel einlegen können.
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Tobias Weisserth
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2/17/2009 09:22:00 PM
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Themen: Demonstrationen, Justiz, Presse
